Die an diesem Wochenende in der Leica-Galerie eröffnete Ausstellung „Das ewige Ich!?“ geht es – wie der Titel schon andeutet – um die persönlichste aller Fragen: Wer bin ich eigentlich?

„Wir alle spielen verschiedene Rollen in unserem Leben, sind beispielsweise Mutter oder Sohn, Freund oder Geliebte“, ist Diefenbach überzeugt. „Zeitgleich üben wir Berufe aus. Die Grenzen zwischen unseren Rollen verwischen im Alltag.“

Drei Teilnehmer aus Konstanz

Um diesen schwer fassbare „Ich“ vor die Linse zu bekommen, hat Diefenbach drei Männer und drei Frauen aus der Bodenseeregion über zwei Jahre lang während der Corona-Pandemie hinweg begleitet. Mitgemacht haben aus Konstanz die Tanzkünstlerin Ursula Wolschendorf, AWO-Vorstandsmitglied Rainer Ruess und SPD-Stadträtin Zahide Sarikas. Bei Gesprächen, Spaziergängen und Reisen wurden je vier bedeutsame Rollen ihres Lebens definiert. „Es war ein Vertrauensprojekt“, verrät Diefenbach.

Gemeinsam mit dem Fotografen Diefenbach planten die Beteiligten auch die visuelle Umsetzung. Der Anspruch aller: So nah wie möglich an die Szenerie der definierten Rolle zu gelangen. Kein leichtes Unterfangen, wie sich schon bald herausstellten sollte, schließlich mussten viele Fotos aufwendig inszeniert werden. „Der Kulturfonds der Stadt Konstanz, der Konstanzer Hospizverein, das Theater Konstanz und das Fotofachgeschäft Lichtblick haben mich dabei unterstützt“, sagt Diefenbach.

Die Leica Galerie zeigt nun 30 Porträts von sechs Menschen aus Konstanz, Radolfzell und Kreuzlingen in verschiedenen Lebensrollen. In einer begleitenden Broschüre kommen die Inszenierten selbst zu Wort. (bau)

Fotograf Simon Diefenbach

... wurde 1987 in Mainz geboren. Nach einer Ausbildung zum Medienkaufmann studierte er Literatur- und Theaterwissenschaften. Er arbeitete redaktionell für das ZDF und arte, bevor er Konstanz zu seiner Heimat machte. Dort arbeitete er zunächst für den Südkurier. Dann schulte er zum Agile Coach um und heuerte in einer Digitalagentur an. Er fotografierte über Jahre hinweg ausschließlich Landschaften. Bei seinen Bergwanderungen hat er immer die Kamera dabei. Von jetzt auf gleich stellte er dann aber fest, wie reizvoll das Fotografieren von Menschen sein kann. (pm)