Der Countdown läuft: Mehrere Dutzend Helfer haben am späten Donnerstag den „Hochfirst-Gletscher“ geöffnet. Etwa 3300 Kubikmeter Altschnee aus dem letzten Winter, der selbst die Sommerhitze im Hochschwarzwald überstanden hat, wurden dabei freigelegt und stehen für die Präparation der Hochfirstschanze zur Verfügung. Für das Skisprung-Spektakel auf Deutschlands größter Natursprungschanze erwarten die Neustädter Organisatoren Skispringerinnen aus 15 und Skispringer aus 18 Nationen. Das ZDF und Eurosport übertragen die Qualifikation, den Team-Wettkampf und die beiden Einzelspringen jeweils live.

Nicht nur zur großen Freude des Weltcup-OK von Titisee-Neustadt, sondern auch der Skispringerinnen und Skispringer werden nach der Corona bedingten Zwangspause bei den Weltcups 2022 und 2023 wieder Zuschauer im Skistadion dabei sein. Und die Skisprungfans dürfen sich freuen. Denn neben dem bereits vor Wochen neu eingeführten „Hochschwarzwälder Dreierlei“: ein Ticket – welches für 54 Euro Zugang jeweils Zugang zu einer der drei Weltcup-Veranstaltungen in Titisee-Neustadt, Hinterzarten und Schonach ermöglicht, gibt es für die Skispringen im Neustädter Schmiedsbachtal ein besonderes Schmankerl. Zum gleichen Preis können die Zuschauer über die Webseite von www.skideutschland.de in der Rubrik „Tickets“ eine Dauerkarte zum Besuch aller drei Skispringen von der Hochfirstschanze erwerben. „Mit der neuen Dauerkarte für alle Tage zum Preis von 54 Euro wollen wir den treuen Fans entgegenkommen und ein kleines Geschenk machen“, erklärt Diana Waldvogel vom Weltcup-Büro in Titisee-Neustadt.

Der Wahl-Hinterzartener Stephan Leyhe geht als aussichtsreicher Lokalmatador ins Rennen.
Der Wahl-Hinterzartener Stephan Leyhe geht als aussichtsreicher Lokalmatador ins Rennen. Bild: Joachim Hahne

Noch am Donnerstag hat das Schanzenteam um Schanzenchef Mathias Schlegel mit der Verteilung der „weißen Pracht“ begonnen. Nachdem die Temperaturen im Hochschwarzwald in den letzten Tagen in Gefrierpunktnähe gefallen sind, hoffen die Organisatoren darauf, die Produktion von Maschinenschnee aus den Schnei-Lanzen in den kalten Nächten starten zu können. Etwa 800 Helfer werden unter der Regie von Generalsekretär Joachim Häfker werden an der Hochfirstschanze im Einsatz sein und sollen einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung garantieren. Die endgültige Entscheidung, ob der Skisprung-Weltcup von Titisee-Neustadt stattfinden kann, fällt im Übrigen an diesem Wochenende, wenn der Inspekteur des Internationalen Skiverbandes (FIS) „grünes Licht“ gibt.

Drei Wochen vor der traditionellen Vierschanzentournee zum Jahreswechsel freuen sich die deutschen Starter auf den ersten Heimwettkampf des WM-Winters. Aus sportlichem Blickwinkel betrachtet, haben aber sowohl die Frauen, als auch die Herren nach dem leicht holprigen Weltcup-Start noch Luft nach oben. Während die Ladies an diesem Wochenende noch einen Weltcup in der Olympiastadt von 1994 in Lillehammer austragen, können sich die Skispringer von Bundestrainer Stefan Horngacher (Titisee-Neustadt) mit einem Regenerationstraining auf den Heimweltcup einstimmen.

Immerhin: Katharina Althaus lies in Wisla/Polen beim zweiten Wettkampf mit einem zweiten Platz aufhorchen. Die Oberstdorferin will nun auch auf der Hochfirstschanze um einen Podestplatz mitspringen. Die Favoritenrolle gehört aber zweifelsohne der zweifachen Auftaktsiegerin, Eva Pinkelnig aus Österreich. Neben den beiden Baden-Württembergerinnen, Agnes Reisch und Anna Rupprecht (beide SC Degenfeld) hofft auch Selina Freitag (Nickelhütte Aue) in Neustadt auf einen Aufwärtstrend.

Gute Erinnerungen an die Hochfirstschanze haben Karl Geiger und Markus Eisenbichler, die in der abgelaufenen Weltcup-Saison mit den Rängen eins und drei gleich zweimal auf das Podest springen konnten. In der noch jungen Weltcup-Saison zeigten beide allerdings noch recht schwankende Leistungen mit jeweils einer „Top-Ten-Platzierung“ – auf das begehrte Stockerl reichte es unterdessen noch nicht. Und auch der Wahl-Hinterzartener Stephan Leyhe (SC Willingen) hat noch Potential und Luft nach oben. Vor sicherlich wieder großer Kulisse und lautstarker Unterstützung seiner Landsleute wird Dawid Kubacki als Weltcup-Leader in Titisee-Neustadt an den Start gehen. Viel Spannung verspricht auch der Mixed-Wettkampf am Samstag, bei dem jeweils zwei Frauen und Männer an den Start gehen.