Alle Jahre wieder… so heißt nicht nur ein beliebtes Weihnachtslied, sondern so ist es in ganz vielen Wohnzimmern, wenn der Christbaum aufgestellt wird. Nicht wenige warten damit bis Heiligabend oder ganz kurz davor. Dabei gibt es den einen oder anderen Trick, wie man deutlich länger etwas von seinem hoffentlich wunderschön geschmückten Baum hat. Von diesen Tipps hat einer eine ganze Menge, der sie kennen sollte, denn Georg Dreher hat gleich drei Weihnachtsbaumplantagen und verkauft sie auch auf dem eigenen Hof in Meersburg-Riedetsweiler.

Frisch geschlagene Bäume

„Lebenserhaltende Maßnahmen sind immer gut“, sagt Georg Dreher mit seinem typischen Humor. „Hier gibt es tatsächlich das eine oder andere, auf das man achten sollte, damit man möglichst lange etwas von seinem Baum hat.“ Prinzipiell halten frisch geschlagene Bäume natürlich deutlich länger als die vom Supermarkt, weil dort eine viel größere Logistik dahintersteckt. „Die großen Händler beginnen bereits im Oktober mit dem Fällen“, berichtet er. „Wir schlagen die ersten kurz vor dem ersten Advent. Die große Menge wird dann Anfang Dezember gefällt.“

Der hellbraune Rand ist die Rinde des Baumes. Im Bereich zwischen dem hellbraunen und ganz hellen Bereich nimmt der Baum das Wasser auf.
Der hellbraune Rand ist die Rinde des Baumes. Im Bereich zwischen dem hellbraunen und ganz hellen Bereich nimmt der Baum das Wasser auf. Bild: Jäckle, Reiner

Direkt an der Wurzel bliebe der Baum selbstverständlich am frischesten. „Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, sich für einen regionalen Baum zu entscheiden“, betont er. „Diese sind alleine vom Transport her deutlich später geschnitten.“ Da nur frisch geschnittene Bäume Wasser aufnehmen können, sollte man sie beim Kauf noch einmal anschneiden lassen oder dies selbst kurz vor dem Aufstellen tun.

„Wichtig zu wissen ist, dass der Baum nur dann Wasser aufnehmen kann, wenn er noch frisch ist“, erklärt Georg Dreher. „Wenn er einmal ausgetrocknet ist, geht nichts mehr.“ Kaum zu glauben ist, dass ein mannshoher Weihnachtsbaum am Tag etwa zwei Liter Wasser zu sich nehmen kann. Deshalb sollte mindestens jeden Tag Wasser nachgefüllt werden.

Wasseraufnahme über Rinde

„Der Baum nimmt das Wasser über den inneren Teil der Rinde auf“, erklärt der gebürtige Meersburger. „Deshalb solle man sie keinesfalls am unteren Teil des Stammes abmachen, der in den Christbaumständer ragt.“ Nur so sei gewährleistet, dass das Wasser auch gut aufgenommen werden kann. Was ebenfalls hilft, damit der Christbaum frischer bleibt, ist das Pulver für Schnittblumen, das zu Blumensträußen dazugegeben wird. „Das kann man einfach ins Wasser mischen“, so Georg Dreher. „Da sind Mineralien drin, die auch dem Christbaum gut tun.“

Regelmäßiges Gießen hält den Weihnachtsbaum länger frisch. Der Baum benötigt am Tag bis zu zwei Liter Wasser.
Regelmäßiges Gießen hält den Weihnachtsbaum länger frisch. Der Baum benötigt am Tag bis zu zwei Liter Wasser. Bild: Jäckle, Reiner

Wärme ist für Baum nicht gut

Beim Aufstellen sei es zudem sinnvoll, den Baum langsam an das Raumklima und vor allem an die Temperaturen zu gewöhnen. „Wenn er bei Minusgraden draußen war, wäre es optimal, wenn man ihn zunächst einen Tag in die Garage legt, danach einen halben Tag in den Flur, bevor er im warmen Wohnzimmer aufgestellt wird“, so der Weihnachtsbaumzüchter. Prinzipiell sei eine Fußbodenheizung zum Wohnen sicherlich angenehm – für einen Christbaum ist sie dagegen nicht unbedingt förderlich, um lange frisch zu bleiben. „Wer dann noch etwas für das eigene Raumklima und den Weihnachtsbaum tun möchte, kann hin und wieder die Nadeln mit einem Wasserzerstäuber anfeuchten“, sagt Georg Dreher.