Der 1. Advent war für mehr als 80 Läuferinnen und Läufer ein wahrer Sporttag. Bereits um 10 Uhr morgens waren schon 45 Teilnehmer an den Welterbesaal nach Unteruhldingen gekommen, um beim 2. Volksbank BENEfiz Lauf mit dabei zu sein. Vorneweg lief zunächst der Initiator und Berglauf-Weltmeister Benedikt Hoffmann. Er führte die Gruppe auf die 6,85 Kilometer lange Runde von Unteruhldingen nach Maurach und wieder zurück.

Video: Jäckle, Reiner

Am Welterbesaal wurde indes bereits eine Verpflegungsstation aufgebaut, an der es warmen Punsch und Äpfel von Kiku gab sowie Bananen, weitere Getränke und sogar Glühgin von der Edelbrennerei Senft. Nach jeder Runde konnten sich die Teilnehmer dort stärken und auftanken für die nächsten 6,85 Kilometer.

Diese sechs Teilnehmer sind alle sechs Runden gelaufen, also 41,1 Kilometer (von links): Johannes Günzel, Ulrich Scharpf (beide aus Überlingen), Ludger Gern aus Salem, Berglauf-Weltmeister Benedikt Hoffmann aus Wahlwies, Andreas Waldschütz aus Herdwangen-Schönach und David Holweg aus Sigmaringen.
Diese sechs Teilnehmer sind alle sechs Runden gelaufen, also 41,1 Kilometer (von links): Johannes Günzel, Ulrich Scharpf (beide aus Überlingen), Ludger Gern aus Salem, Berglauf-Weltmeister Benedikt Hoffmann aus Wahlwies, Andreas Waldschütz aus Herdwangen-Schönach und David Holweg aus Sigmaringen. Bild: Jäckle, Reiner

45 Läufer auf der 1. Runde

Morgens gingen die Läuferinnen und Läufer noch bei etwa vier Grad auf die Strecke. Nach einem knappen Kilometer gab es dann eine Zusatzmotivation, denn Familie Heppeler in Oberuhldingen wusste, dass die Strecke an ihrem Haus vorbeiführte. In jeder Runde standen sie vor dem Haus und haben die Teilnehmer mit Trommeln und lautem Klatschen angefeuert. „Wir haben uns jede Runde den Wecker gestellt, so dass wir auch rechtzeitig draußen stehen“, verriet Vater Jürgen Heppeler, der sich am Mittag sogar kurzerhand selbst die Laufschuhe schnürte und mit seinem Sohn die sechste und letzte Runde mitlief.

Benedikt Hoffmann (rechts) und David Holweg auf der Strecke.
Benedikt Hoffmann (rechts) und David Holweg auf der Strecke. Bild: Jäckle, Reiner

Die Teilnehmer kamen sogar aus Stockach nach Unteruhldingen, um mitzulaufen. Die meisten absolvierten deutlich mehr als nur eine Runde. Das Laufteam Endorphinos aus Überlingen war mit ganz vielen Teilnehmern vertreten. Mit dabei war auch Katja Gallasch, die über die Regio hinaus als exzellente Läuferin bekannt ist. Über sie kamen sogar zwei Busse mit 17 Läuferinnen und Läufern von den Fachklinik Siebenzwerge aus Salem, die auch noch eine Runde absolvierten. „Es war super organisiert und hat tierisch viel Spaß gemacht“, sagte Katja Gallasch nach ihrer vierten Runde.

Video: Jäckle, Reiner

Fünf Teilnehmer und natürlich Initiator Benedikt Hoffmann selbst absolvierten schließlich alle sechs Runden und damit mit 41 Kilometer einen knappen Marathon. Ludger Gern vom Campinghof Salem und David Holweg aus Sigmaringen waren bereits bei der Premiere des Volksbank BENEfiz Laufes im Mai dabei und liefen die 50 Kilometer. Außerdem die volle Distanz rannten Andreas Waldschütz aus Herdwangen-Schönach und Johannes Günzel von den Endorphinos aus Überlingen.

Die Strecke führte auch an der Kirche in Seefelden vorbei.
Die Strecke führte auch an der Kirche in Seefelden vorbei. Bild: Jäckle, Reiner

Einen Euro pro Meter

Der sechste im Bunde war Ulrich Scharpf aus Owingen, der nach der zweiten Runde ankündigte, dass er ein etwas langsameres Tempo laufen werde, aber auf jeden Fall „durchziehen“ möchte, denn er habe sich gesagt, dass er für jeden absolvierten Meter beim 2. Volksbank BENEfiz Lauf einen Cent spenden wolle. Nach der sechsten Runde kündigte er an: „Den guten Kilometer laufe ich jetzt auch noch, damit ich den Marathon voll habe.“ Und er ließ seinen Worten umgehend Taten folgen und überwies die versprochenen 421,95 Euro auf das Spendenkonto.

Das sind die Läuferinnen und Läufer, die auf die erste Runde gegangen sind.
Das sind die Läuferinnen und Läufer, die auf die erste Runde gegangen sind. Bild: Jäckle, Reiner

„Am Ende wurde es wirklich hart“, verriet er nach dem Marathon. „Vor allem, weil ich eigentlich gar nicht so im Training bin.“ Allerdings sei der Gedanke, dass er für den guten Zweck laufe und unbedingt möglichst viele Meter für die Waisenkinder in der Ukraine absolvieren wolle, eine perfekte Motivation gewesen.

Eine große Gruppe von der Fachklinik Siebenzwerge war auch dabei.
Eine große Gruppe von der Fachklinik Siebenzwerge war auch dabei. Bild: Jäckle, Reiner

„Es hat echt viel Spaß gemacht“, resümierte auch Benedikt Hoffmann. „Vor allem war die Entscheidung, dieses Mal einen Rundkurs zu laufen, absolut perfekt.“ Nach jeder Runde konnten sich die Teilnehmer stärken, aussteigen oder mit hinzustoßen. Es gab auch Läufer, die eine Runde pausiert haben und dann wieder weitergelaufen sind. „Ich bin froh, dass so viele mit dabei waren“, sagte ein sichtlich glücklicher Berglauf-Weltmeister. „Wir hatten tolle Gespräche unterwegs und alles lief reibungslos.“ Auch die Gemeinde Uhldingen-
Mühlhofen unterstützte die Aktion und hat Strom zur Verfügung gestellt.

Das Bild vor dem Start der sechsten und letzten Runde.
Das Bild vor dem Start der sechsten und letzten Runde. Bild: Jäckle, Reiner

Zwei Großspender

Außerdem sei der 37-Jährige überglücklich, dass sich zum einen der Namensgeber Volksbank Überlingen als auch sein Marken-Ausstatter Asics jeweils mit 2500 Euro bei dieser Benefiz-Aktion beteiligen. „Hinzu kommen weitere Spenden von Prosana in Überlingen und Salem, Edeka Knoblauch in Oberuhldingen und von einigen Teilnehmern“, so Benedikt Hoffmann. „Mit den 230 Euro aus der Spendenkasse vom Lauftag sind wir bereits jetzt schon klar über 6000 Euro, die wir für die Waisenkinder in der Ukraine gesammelt haben.“ Wer sich auch jetzt noch beteiligen möchte, kann nach wie vor einen beliebigen Betrag auf das Spendenkonto (siehe Infokasten), das der FC Uhldingen eingerichtet hat, überweisen. Mitte Dezember wird der Betrag dann an den Ukrainer Serhiy Kosar übergeben, der dafür Sorge trägt, dass das Geld auch gut ankommt.