Die Seewoche hat mit dem 35-Jährigen über Trends im Feuerwerksverkauf gesprochen und nachgefragt, was die Besucher beim diesjährigen Musikfeuerwerk erwartet und wie er sich darauf vorbereitet.

Herr Burgenmeister, an Silvester haben Sie als Pyrotechniker sicher Hochkonjunktur, oder?

Endlich wieder! (lacht) Nach zwei schwierigen Jahren läuft es dieses Jahr endlich wieder einigermaßen normal. Neben dem Feuerwerksverkauf steht natürlich das Musikfeuerwerk in Heiligenberg auf dem Programm.

Was liegt denn dieses Jahr bei den Feuerwerks-Fans hoch im Kurs?

Prinzipiell kann man sagen, dass die Feuerwerksbatterien nach wie vor immer beliebter werden. Allerdings gibt es immer noch einige, die nach wie vor Raketen-Sets bevorzugen, bei denen der Inhalt einzeln gezündet wird. Der große Vorteil von Feuerwerksbatterien ist, dass man bei einmaliger Zündung ein kleines oder größeres Feuerwerk hat, je nach Ausführung. Aus Sicherheits-Gesichtspunkten ist die Entwicklung zu begrüßen, wobei man auch hierbei ein paar Dinge beachten sollte.

Pyrotechniker Stefan Burgenmeister von B-Light Veranstaltungen mit einem Verbundfeuerwerk, das einmal angezündet wird und drei Batterien nacheinander abfeuert. Bild: Jäckle
Pyrotechniker Stefan Burgenmeister von B-Light Veranstaltungen mit einem Verbundfeuerwerk, das einmal angezündet wird und drei Batterien nacheinander abfeuert. Bild: Jäckle Bild: Jäckle, Reiner

Welche denn?

Man sollte Feuerwerksbatterien ausschließlich im Freien und nicht in der unmittelbaren Nähe von Häusern, Bäumen oder Personen verwenden und vor allem nur dann zünden, wenn sie waagrecht und sicher auf dem ebenen und festen Boden stehen, der nicht leicht entzündlich ist. Ganz perfekt wäre es, wenn die Feuerwerksbatterie zudem befestigt ist. Das bedeutet, dass sie mit Sandsäcken oder Steinen am Rand gesichert sind und bei einem Querschläger nicht umfallen können. Alternativ kann man sie auch leicht eingraben.

Und was gilt für das Entzünden?

Die Zündschnur sollte zunächst freigelegt und am äußersten Ende angezündet werden. Wichtig ist, dass man sie seitlich anzündet und sich kein Körperteil über der Feuerwerksbatterie befindet. Sobald die Zündschnur brennt, sollte man sich sofort zurückziehen und den Sicherheitsabstand einhalten.

Was ist, wenn die Feuerwerksbatterie nicht zündet?

Auf keinen Fall sofort nachschauen. Es kann sein, dass in der Zündschnur etwas Schwarzpulver fehlt und die Zündung dadurch verzögert wird. Die Hersteller raten dazu, die Feuerwerksbatterie eine Viertelstunde stehen zu lassen, bevor man eventuell einen zweiten Zündversuch unternimmt. Und das auch nur dann, wenn die Zündschnur noch lang genug ist.

Das Heiligenberger Feuerwerk. Bild: B.Light Veranstaltungen
Das Heiligenberger Feuerwerk. Bild: B.Light Veranstaltungen Bild: B.Light Veranstaltungen

Gibt es für Raketen auch Sicherheitshinweise?

Auf jeden Fall. Was gar nicht geht, sie aus der Hand starten zu lassen, was man leider immer wieder sieht. Auch hier ist das Zünden von einem festen Untergrund wichtig. Dabei eignen sich Flaschen, die mit Wasser beschwert sind. Es gibt auch Abschussanlagen für Raketen, die nicht viel kosten.

Und was ist beim Kauf von Feuerwerkskörpern zu beachten?

Ganz wichtig ist die Auszeichnung eines jeden Feuerwerkskörpers mit einer vierstelligen sogenannten CE-Kennzeichnung und einer entsprechenden Registriernummer. Nur diese dürfen verkauft werden. Zudem sollte eine Gebrauchsanweisung auf Deutsch dabei sein – entweder aufgedruckt oder als Beilage.

Was ist, wenn die CE-Kennzeichnung fehlt?

Solche Feuerwerkskörper dürfen in Deutschland nicht verkauft und nicht verwendet werden. Außerdem sollte man wissen, dass die Einfuhr von Feuerwerk ohne CE-Kennzeichnung nach dem Sprengstoffgesetz verboten und vor allem strafbar ist.

Seit 2011 sind Sie für das Silvester-Musikfeuerwerk in Heiligenberg zuständig. Was ist da die größte Herausforderung?

Der Nebel (lacht). Ernsthaft, in den vergangenen Jahren hat es tatsächlich immer wieder Nebel gehabt. Die Folge ist, dass dann einige Feuerwerkseffekte fast bis gar nicht mehr zu sehen sind.

Pyrotechniker Stefan Burgenmeister von B. Light Veranstaltungen aus Altheim bei der Vorbereitung mit Abschussrampen (rechts), elektrischen Zündboxen (links) und einer der Fünf-Zoll-Königsbomben in der Hand. Bild: Reiner Jäckle
Pyrotechniker Stefan Burgenmeister von B. Light Veranstaltungen aus Altheim bei der Vorbereitung mit Abschussrampen (rechts), elektrischen Zündboxen (links) und einer der Fünf-Zoll-Königsbomben in der Hand. Bild: Reiner Jäckle Bild: Jäckle, Reiner

Nach zwei Jahren Zwangspause wird es dieses Jahr endlich wieder eine Party und Ihr Musikfeuerwerk geben. Was erwartet die Besucher?

Es wird ein etwa zehnminütiges Feuerwerk mit Musik. Es werden etwa 120 Kugelbomben, 25 Feuerwerksbatterien und zahlreiche Singleshots geben. Insgesamt gibt es mehr als 200 Einzelzündungen.

Das bedarf sicher einer intensiven Vorbereitung, oder?

Natürlich. Alleine die Programmierung dauert in der Regel etwa 30 Stunden. Der Aufbau erfolgt dann mit vier Personen an einem Tag.

Die Raketen werden ja zur Musik gezündet. Wie schwierig ist es, den Takt zu treffen?

Genau das ist ja die Herausforderung (lacht). Bei der Vorbereitung muss die jeweilige Steigzeit bis zur Explosion berücksichtigt werden. Wenn eine Kugelbombe bis zu 250 Meter hoch fliegt, ist sie doch eine ganze Weile unterwegs.

Testen Sie dann das Feuerwerk vorab?

Das ist natürlich allein aus Kostengründen nicht möglich. Es kommt aber schon vor, dass ich im Vorfeld einzelne Schüsse probiere, um genau die Steigzeit berechnen zu können.

Das Feuerwerk in Heiligenberg 2015. Damals lag sogar Schnee. Bild: Pixelzauber
Das Feuerwerk in Heiligenberg 2015. Damals lag sogar Schnee. Bild: Pixelzauber Bild: B.Light Veranstaltungen

Wissen Sie noch, wie Sie 2011 in Heiligenberg angefangen haben?

Auf jeden Fall! Das war Abenteuer pur (lacht). Die Zuständigen vom Narrenverein Wolkenschieber haben bis dahin jeweils einige Batterien gekauft und sie der Reihe nach gezündet. Da kam mir die Idee, das Ganze elektronisch zu zünden. Mein Vorschlag wurde angenommen und ich habe es umgesetzt. Im ersten Jahr war ich allerdings nicht so optimal ausgestattet, so dass ich kreativ war.

Inwiefern?

2011 habe ich die Zündungen mit einer Autobatterie und einem Nagelbrett selbst gebastelt. Ich weiß noch, da habe ich ein Brett mit mehr als 100 Nägeln vorbereitet und alles händisch gezündet. (lacht)

Das hat sich aber geändert, oder?

Na klar. 2012 habe ich dann in eine Zündungsanlage investiert, die programmierbar ist. So kam dann auch die Idee, das Ganze mit Musik zu kombinieren. Seit 2012 gibt es deshalb auch das Musikfeuerwerk.

Dann wünsche ich ein gutes Gelingen und vor allem ein gutes und gesundes neues Jahr.

Danke und ebenfalls einen guten Rutsch und vielleicht bis an Silvester in Heiligenberg.

Die Fragen stellte Reiner Jäckle